Die Wohnungsnot in der Schweiz ist kein vorübergehendes Marktphänomen. Sie ist das Resultat jahrelanger politischer Untätigkeit, widersprüchlicher Signale und struktureller Fehlanreize. Während Behörden beschwichtigen und gar mehr Zuwanderung aus der EU wollen, spitzt sich die Lage für Mieterinnen und Mieter weiter zu. 2026 bringt keine Entspannung – sondern eine Verschärfung.
Dazu kommt die starke Zuwanderung aus der EU, die trotz Wirtschaftsflaute sehr hoch bleibt. So ist die EU-Bevölkerung in der Schweiz in den letzten 12 Monaten um satte 2.2 % gewachsen!
Mieten steigen weiter – trotz Neubauten
Für 2026 werden rund 45’000 neue Wohnungen erwartet. Klingt nach Fortschritt – ist aber Augenwischerei. Fachleute sind sich einig: Um die Knappheit überhaupt zu beseitigen, bräuchte es mindestens eine zusätzliche Jahresproduktion oder eine kontrollierte Zuwanderung.
Die Folgen sind bereits absehbar:
- Angebotsmieten steigen weiter um 2–3 %
- Wohnungswechsel werden für Normalverdiener zunehmend unerschwinglich
- Bestandsmieten sinken nur theoretisch – praktisch nur, wenn Mieter aktiv Einspruch erheben
- Junge Menschen bleiben vermehrt bei ihren Eltern wohnen, und Paare verzichten zunehmend auf eine Familiengründung
Der Markt funktioniert nicht mehr. Angebot und Nachfrage klaffen strukturell auseinander – und das nicht erst seit gestern. Dazu ist seit 2022 die EU-Bevölkerung in der Schweiz um 11 % gewachsen, während die Arbeitslosigkeit um 50 % zugenommen hat.
Leerkündigungen als neues Normal
Besonders brisant ist die Zunahme von Leerkündigungen. Ganze Überbauungen werden geräumt, saniert oder abgerissen – oft ohne realistische Alternativen für die bisherigen Bewohner. Ältere Menschen, Familien und Alleinstehende geraten unter massiven Druck.
Was früher als Ausnahme galt, wird zur Regel:
- Kündigungen ohne Ersatzangebot
- jahrelange Unsicherheit
- Verdrängung aus angestammten Quartieren
Das ist kein „Kollateralschaden“, sondern ein systemisches Problem eines überhitzten Wohnungsmarktes.
Wenn Wohnen zur sozialen Sprengkraft wird
Wohnungsnot ist längst mehr als ein individuelles Problem. Sie entwickelt sich zu einer gesellschaftlichen Belastungsprobe und gefährdet den sozialen Zusammenhalt stark:
- Junge Erwachsene bleiben länger im Elternhaus – nicht freiwillig, sondern mangels Alternativen
- Wohneigentum wird für breite Schichten unerreichbar, neu auch für den oberen Mittelstand
- Soziale Durchmischung geht verloren, Quartiere polarisieren sich
Wer das als Luxusproblem abtut, verkennt die Tragweite. Wohnen ist die Grundlage sozialer Stabilität – ohne sie geraten Arbeitsmarkt, Mobilität und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck.
Der Bundesrat erkennt das Problem – und verwaltet es
Auch der Bundesrat räumt ein, dass der Wohnungsmarkt angespannt ist. In offiziellen Mitteilungen wird auf Verdichtung, schnellere Bewilligungsverfahren und bessere Nutzung bestehender Flächen verwiesen.
Doch genau hier liegt das Problem:
- Massnahmen sind unverbindlich
- Zuständigkeiten werden auf Kantone und Gemeinden abgeschoben
- konkrete Zielgrössen fehlen
Statt entschlossen zu handeln, wird Zeit gewonnen – auf Kosten der Mieter. Dazu plant der Bundesrat, die Zuwanderung aus der EU im Rahmen der Bilateralen III nochmals deutlich auszuweiten. Die Wohnungsnot wird damit nicht nur dauerhaft bestehen bleiben, sondern ganze Generationen nachhaltig schädigen.
Nachfrage bleibt Tabuthema
Ein zentraler Punkt wird politisch konsequent umgangen: die Nachfrageseite. Bevölkerungswachstum bedeutet zusätzlichen Wohnraumbedarf und Infrastruktur wie Strassen, Schulen und Spitäler. Wenn dieser nicht im gleichen Tempo entsteht, sind steigende Mieten und Verdrängung unausweichlich.
Eine ehrliche Wohnpolitik müsste:
- Angebot und Nachfrage gleichzeitig adressieren
- Zielkonflikte offen benennen
- ideologische Scheuklappen ablegen
Doch genau diese Ehrlichkeit fehlt. Stattdessen wird an Symptomen herumkorrigiert, statt die negativen Seiten der Zuwanderung ernsthaft zu thematisieren.
Fazit: Die Wohnungsnot wird sich im Jahr 2026 weiter verschärfen
Die Schweiz leidet nicht an fehlendem Wissen, sondern an fehlendem politischen Willen. Solange Politik und Wirtschaft untätig bleiben, gleichzeitig weitere Zuwanderung aus der EU fordern und das inländische Fachkräftepotenzial nicht konsequent ausschöpfen, wird sich an der Wohnungsnot nichts ändern. Die Konsequenzen dieser Politik werden spätestens 2026 unübersehbar sein.

