Die FDP ist dem Niedergang verpflichtet. Sie hat ihre Ideale verraten und fühlt sich stärker dem Lobbyismus verpflichtet. Zudem nimmt sie die Sorgen der Bevölkerung nicht ernst. Neulich hat auch Nationalrat Andri Silberschmidt gezeigt, wie schnell man sich von seinen Wählern entfremden kann. Insbesondere von liberalen jungen Menschen. Andri Silberschmidt zeigt die Dekadenz der FDP durch seine öffentlichen Äusserungen. Viele junge Menschen müssen sich mit stagnierenden Löhnen, Arbeitslosigkeit sowie zunehmender Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Es gibt auch eine akute Wohnungsnot. Dennoch schreibt er auf LinkedIn und auf X, dass Wachstumskritik bzw. weniger Migration fehl am Platz sei. Wir sollen mit den negativen Folgen leben müssen, als gebe es keine Alternative. Eine Alternative wäre etwa die Produktivität mit einer liberalen Wirtschaftspolitik zu steigern. Oder das inländische Potenzial besser auszuschöpfen, statt sich nur auf Bevölkerungswachstum zu stützen.

Zwar führt eine höhere Zuwanderung zu mehr Konsum. Sie verursacht jedoch zugleich deutlich steigende Bildungs- und Sozialausgaben. Gleichzeitig verschärft sich die Wohnungsnot massiv. Zusätzlich müssen auch neue Strassen, Schulen und Spitäler gebaut werden. Das kostet ebenfalls. Für Nationalrat Andri Silberschmidt ist mehr Bevölkerungswachstum offenbar gut fürs Geschäft. Denn als Gastrounternehmer profitiert er von mehr Konsumenten und günstigeren Arbeitskräften. So zeigt er die Dekadenz der FDP durch sein eigenes Geschäftsmodell. Die Wohnungsnot spürt er ebenfalls nicht. Er lebt in einem 370-Quadratmeter-Haus und verfügt damit über rund dreimal so viel Wohnfläche wie eine Durchschnittsfamilie. Das bereits mit 27 Jahren. Andere junge Menschen müssen mindestens CHF 350’000 verdienen. Zudem müssen sie CHF 500’000 auf die Seite legen, um sich in der Region Zürich ein gleichwertiges Haus leisten zu können.

Das Volk möchte generell keinen Stillstand, sondern lediglich, dass seine Sorgen endlich ernst genommen werden. Es will kein Wirtschaftswachstum mehr in der Breite (Bevölkerungswachstum), sondern qualitatives Wirtschaftswachstum. Die Schweiz wächst wirtschaftlich aktuell nur noch, weil die Bevölkerung aufgrund der Personenfreizügigkeit stark zunimmt. Am BIP pro Kopf zeigt sich das ebenfalls. Seit 2022 schrumpft dieses, genau wie die Reallöhne. Und ja, die Zuwanderung aus der EU erfolgt weitgehend unkontrolliert. Obwohl die Wirtschaft kaum wächst und die Arbeitslosigkeit seit 2022 um 50 % gestiegen ist – bei Hochqualifizierten sogar um 90 % –, ist die EU-Bevölkerung in der Schweiz allein in den letzten 12 Monaten um satte 2,2 % gewachsen. Seit 2022 gar um 11 %!

Und andere FDP-Politiker verkennen ebenfalls die Realität in der Schweiz. So behauptete Nationalrat Damian Müller auf LinkedIn, die Wohnungsnot existiere nicht. Obwohl ein von ihm in Auftrag gegebener Bericht an den Bundesrat die Existenz der Wohnungsnot ausdrücklich bestätigt. Nationalrat Beat Walti sagte kürzlich im Fernsehen, die Wohnungsnot sei entstanden, weil immer mehr Wohnfläche pro Kopf beansprucht werde. Dabei besitzt er selber eine Villa am Zürichsee und eine Zweitwohnung in Graubünden. Tatsache ist, dass einige Haushalte durchaus weniger Wohnfläche benötigen würden. Ein Umzug wäre jedoch mit massiv höheren Mieten verbunden. Das wird durch Studien belegt. Dies zeigt weiter, wie Andri Silberschmidt die Dekadenz der FDP verkennt.

Aber mit solchen Kommentaren sollte man sich nicht wundern, dass die 10-Millionen-Initiative selbst bei FDPlern Anklang findet. Die FDP bleibt volksfern und dem Lobbyismus verpflichtet! Andri Silberschmidt zeigt die Dekadenz der FDP immer wieder auf unterschiedliche Weise.

Entwicklung seit 2022

Bruttomieten+11 %
Wohneigentumspreise+13 %
Leerstehende Wohnungen-25 %
Reallöhne-2 %
Staustunden+44 %
Arbeitslosigkeit (SECO)+52 %
EU-Bevölkerung in der Schweiz+11 %

Zitat des Monats

«Bis 2026 sind Mietzins-Erhöhungen von über 15 Prozent möglich»

~ Martin Tschirren, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen