Fast 60 % der Schweizerinnen und Schweizer geben an, in ihrer Region einen Mangel an verfügbarem Wohnraum zu sehen – in urbanen Zentren wie Zürich oder Genf sogar bis zu 66 %. In vielen Regionen fehlen bezahlbare Wohnungen, die Leerstandsquote liegt historisch tief, Mieten und Immobilienpreise steigen weiter. Für Familien, junge Menschen und die Mittelschicht wird Wohnraum zum Luxusgut.

Umfragen zeigen, dass die Schweiz wachstumsmüde ist

Trotz der Wohnraumknappheit zeigen Umfragen (wie Comparis 2026), dass viele Menschen keine baulichen Massnahmen und mehr Nachhaltigkeit wollen:

  • ein Grossteil lehnt höhere Gebäude oder dichtere Bebauung ab
  • ebenfalls wird der Ausbau neuer Bauzonen oft nicht gewünscht
  • viele möchten bestehende Grünflächen und Ruhezonen erhalten

Die Bevölkerung möchte nicht immer dichter und höher bauen, nur um ein immer schnelleres Bevölkerungswachstum auszugleichen. Die Menschen spüren, dass dieser Weg nicht nachhaltig ist.

Mehr bauen allein reicht sowieso nicht

Auch wenn der Bau von Wohnungen nur ein Teil der Lösung ist, zeigt die Realität: Selbst wenn Genehmigungsverfahren beschleunigt würden oder dichter gebaut würde, wirkt dies nicht automatisch, wenn gleichzeitig Bevölkerungswachstum weiter stark bleibt. Die Nachfrage wächst schneller als das Angebot – das ist eine der zentralen strukturellen Ursachen der Wohnungsnot.

Mehr bauen bedeutet zudem:

  • mehr Verkehr
  • mehr Druck auf Schulen und Spitäler
  • höhere Infrastrukturkosten
  • weniger Lebensqualität

Warum eine Steuerung der Zuwanderung wichtig ist

Angesichts dieser strukturellen Herausforderungen greift ein „Weiter so“ zu kurz. Was wir brauchen, ist nicht nur mehr Bauen, sondern eine nachhaltige Zuwanderungspolitik, die Nachfrage, Angebot und Lebensqualität in Einklang bringt.

Eine offene Zuwanderungspolitik wie die Personenfreizügigkeit allein löst die Wohnungsnot nicht – im Gegenteil: Anhaltendes Bevölkerungswachstum verschärft die Knappheit, wenn kein ausreichender Wohnraum in Relation geschaffen wird.

Die Nachhaltigkeitsinitiative setzt genau hier an:
Sie fordert eine Politik, die Bevölkerungsentwicklung, Wohnungsmarkt, Infrastruktur und Lebensqualität gemeinsam denkt – statt einzelne Aspekte isoliert zu behandeln. Nur so lässt sich dauerhaft eine angemessene, bezahlbare Wohnversorgung für alle erreichen.

Fazit

Die Wohnungsnot zeigt ein grundlegendes Problem: Die Schweiz wächst schneller, als sie bauen und organisieren will. Wenn die Menschen weder neue Bauzonen noch Verdichtung wollen, ist das kein Egoismus – es ist ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein. Die Bevölkerung signalisiert klar: Nicht immer mehr Wachstum, sondern nachhaltige Steuerung.

Die Nachhaltigkeitsinitiative ist notwendig, um soziale Spannungen zu mindern und die Lebensqualität im ganzen Land zu sichern. Ohne Steuerung der Zuwandeurng kann die Wohnungsnot strukturell nicht gelöst werden.

Entwicklung seit 2022

Bruttomieten+11 %
Wohneigentumspreise+13 %
Leerstehende Wohnungen-25 %
Reallöhne-2 %
Staustunden+44 %
Arbeitslosigkeit (SECO)+52 %
EU-Bevölkerung in der Schweiz+11 %

Zitat des Monats

«Bis 2026 sind Mietzins-Erhöhungen von über 15 Prozent möglich»

~ Martin Tschirren, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen