Die neuesten Zahlen des Bundes sprechen eine klare Sprache:
Im 4. Quartal 2025 hat sich die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt weiter verschärft.

Der aktuelle Wohnmonitor zeigt, was viele Menschen bereits im Alltag spüren:

  • Wohnungen bleiben knapp
  • Mieten steigen weiter
  • die Suche nach bezahlbarem Wohnraum wird immer schwieriger

Die Wohnungsnot ist kein kurzfristiges Problem mehr. Sie ist strukturell geworden.

Die Nachfrage wächst schneller als das Angebot

Der zentrale Grund ist offensichtlich:
Die Nachfrage nach Wohnraum wächst schneller als gebaut wird.

Mehr Menschen brauchen:

  • mehr Wohnungen
  • mehr Infrastruktur
  • mehr öffentlichen Raum

Doch gleichzeitig:

  • sind Bauzonen begrenzt
  • wird Verdichtung politisch abgelehnt
  • dauern Bauprojekte immer länger

👉 Das Ergebnis ist ein permanenter Nachfrageüberhang.

Wachstum ohne Steuerung verschärft die Krise

Die Wohnungsnot entsteht nicht im luftleeren Raum.
Sie ist eng verbunden mit dem starken Bevölkerungswachstum der letzten Jahre.

Wenn jedes Jahr hunderttausende zusätzliche Menschen in den Wohnungsmarkt drängen, ist klar:

👉 Selbst eine hohe Bautätigkeit kann diesen Druck nicht ausgleichen.

Die Folge:

  • steigende Mieten
  • Verdrängung der Mittelschicht
  • längere Wohnungssuche
  • zunehmende soziale Spannungen

Die Schweiz wächst – aber nicht nachhaltig.

Das inländische Potenzial bleibt ungenutzt

Gleichzeitig wird häufig argumentiert, die hohe Zuwanderung sei notwendig, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Doch dabei wird ein zentraler Punkt übersehen:

👉 Das inländische Arbeitskräftepotenzial ist bei weitem nicht ausgeschöpft.

Hunderttausende Menschen in der Schweiz:

  • arbeiten Teilzeit, obwohl sie mehr arbeiten könnten
  • sind unterbeschäftigt
  • oder stehen dem Arbeitsmarkt nicht voll zur Verfügung

Statt dieses Potenzial konsequent zu nutzen, wird der Bedarf oft durch zusätzliche Zuwanderung gedeckt.

Das verstärkt:

  • den Druck auf den Wohnungsmarkt
  • die Konkurrenz um Ressourcen
  • die Abhängigkeit von weiterem Wachstum

Mehr bauen allein ist keine Lösung

Die Forderung «mehr bauen» greift zu kurz.

Denn:

  • Bauflächen sind begrenzt
  • Verdichtung stösst auf Widerstand
  • Infrastruktur muss mitwachsen

👉 Mehr bauen löst das Problem nicht, wenn die Nachfrage weiter ungebremst steigt.

Die Wohnungsnot ist deshalb nicht nur ein Bauproblem –
sondern ein Steuerungsproblem.

Warum die Nachhaltigkeitsinitiative entscheidend ist

Die Nachhaltigkeitsinitiative setzt genau dort an, wo die aktuelle Politik versagt:

Bei der Balance zwischen Wachstum, Wohnraum und Infrastruktur.

Sie verfolgt zwei zentrale Ansätze:

1. Wachstum wieder steuerbar machen

Nicht unbegrenzt wachsen, sondern im Rahmen dessen, was die Schweiz tragen kann.

2. Inländisches Potenzial nutzen

Statt immer mehr Menschen ins Land zu holen, sollen vorhandene Arbeitskräfte besser integriert und aktiviert werden.

Das reduziert:

  • den Druck auf den Wohnungsmarkt
  • die Abhängigkeit von Zuwanderung
  • die strukturellen Spannungen

Fazit

Die Zahlen des Bundes sind eindeutig:
Die Wohnungsnot verschärft sich – und zwar weiter.

Ein «Weiter so» führt zwangsläufig zu:

  • höheren Mieten
  • weniger Lebensqualität
  • mehr gesellschaftlichem Druck

👉 Ohne Steuerung des Wachstums wird sich die Situation nicht verbessern.

Die Nachhaltigkeitsinitiative ist deshalb kein politisches Detail, sondern eine zentrale Voraussetzung für:

  • bezahlbaren Wohnraum
  • stabile Infrastruktur
  • langfristige Lebensqualität

Die Schweiz steht vor einer Entscheidung:
Weiter wachsen ohne Mehrwert – oder nachhaltig gestalten.

Entwicklung seit 2022

Bruttomieten+11 %
Wohneigentumspreise+13 %
Leerstehende Wohnungen-25 %
Reallöhne-2 %
Staustunden+44 %
Arbeitslosigkeit (SECO)+52 %
EU-Bevölkerung in der Schweiz+11 %

Zitat des Monats

«Bis 2026 sind Mietzins-Erhöhungen von über 15 Prozent möglich»

~ Martin Tschirren, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen