Die Idee klingt einfach: mehr Verdichtung, mehr Hochhäuser, mehr Wohnungen. Doch die Realität auf dem Schweizer Wohnungsmarkt zeigt ein anderes Bild.

Neue Analysen – unter anderem von der Zürcher Kantonalbank – machen deutlich: Hochhäuser schaffen vor allem Wohnraum im höheren Preissegment. Es entstehen moderne, gut ausgestattete Wohnungen, oft in attraktiven Lagen – aber für viele Familien schlicht unerschwinglich.

Das zentrale Problem bleibt bestehen:
👉 Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum – nicht an teuren Wohnungen.

Verdichtung allein löst die Wohnungsnot deshalb nicht. Im Gegenteil: Häufig werden ältere, günstigere Wohnungen abgerissen und durch deutlich teurere Neubauten ersetzt. Die Folge ist Verdrängung statt Entlastung.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage weiter.

Die Bevölkerung wächst stark, die Zuwanderung bleibt auf hohem Niveau – und genau hier liegt der entscheidende Punkt, den die Politik seit Jahren ausblendet.

Mehr Menschen brauchen mehr Wohnungen.
Doch selbst mit Hochhäusern kann dieses Wachstum kaum aufgefangen werden.

Und trotzdem setzt die Politik genau hier an – mit noch mehr Verdichtung, noch mehr Bauprojekten, aber ohne die grundlegende Frage zu stellen:
Wie viel Wachstum ist überhaupt tragbar?

Die Antwort bleibt aus.

Stattdessen entstehen immer mehr teure Wohnungen, während sich die Wohnungsnot für breite Teile der Bevölkerung weiter verschärft.

Genau deshalb ist die Nachhaltigkeitsinitiative vom 14. Juni so wichtig.

Sie setzt nicht nur bei den Symptomen an, sondern bei der Ursache:
dem Ungleichgewicht zwischen Bevölkerungswachstum, Infrastruktur und verfügbarem Wohnraum.

Denn ohne eine Begrenzung des Wachstums wird jede bauliche Massnahme immer nur hinterherlaufen.

👉 Mehr Verdichtung führt zu mehr teuren Wohnungen
👉 Mehr Zuwanderung erhöht die Nachfrage weiter
👉 Die Wohnungsnot bleibt – oder verschärft sich sogar

Fazit: Hochhäuser sind keine Lösung für die Wohnungsnot. Sie verändern das Stadtbild, aber nicht das Grundproblem. Wer die Krise wirklich lösen will, muss an die Ursachen heran. Die Abstimmung vom 14. Juni bietet genau diese Möglichkeit – und ist deshalb entscheidend für die Zukunft des Wohnens in der Schweiz.

Entwicklung seit 2022

Bruttomieten+11 %
Wohneigentumspreise+13 %
Leerstehende Wohnungen-25 %
Reallöhne-2 %
Staustunden+44 %
Arbeitslosigkeit (SECO)+52 %
EU-Bevölkerung in der Schweiz+11 %

Zitat des Monats

«Bis 2026 sind Mietzins-Erhöhungen von über 15 Prozent möglich»

~ Martin Tschirren, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen